Glückskekse, Daoismus, Mao und Sun Zi im Aburĩria von Ngũgĩ wa Thiong’o. Großartig!

Dr. Yunity Mgeuzi-Bila-Shaka. Versteht ihr? Ohne Zweifel eine Revolutionärin. Maoistisch. Alikuwa mtu ya Beijing.

Er war afrikanischen, asiatischen und europäischen Firmenbossen begegnet, die allesamt dazu neigten, in schwarzen Aburĩriern potentielle Diebe zu sehen.

Der Weg, von dem man sprechen kann, ist nicht der ewige Weg. Der Name, den man nennen kann, ist nicht der ewige Name. Im Namenlosen liegt der Ursprung von Himmel und Erde. „Entschuldige bitte, was ist das?“, fragte Nyawĩra. „Diese Zeilen stammen aus dem ‚Tao te king‘ von Lao-Tse, einem schmalen Bändchen, das dieser chinesische Seher mehr als fünfhundert Jahre vor Christus geschrieben hat. Tao. Der Weg. Mögest du in der Mitte des Weges bleiben – gibt es bei uns nicht ein solches Sprichwort?“

„Wir brauchen einen passenden Namen dafür“, meinte Kamĩtĩ aufgeregt, als Nyawĩra beim Abendessen im Chou Chinese Gourmet zum ersten Mal über diese Idee sprach.

Sie saßen im Chou Chinese Gourmet, ihrem Lieblingslokal, das sich auf wunderbar angenehme Weise sowohl von den Restaurants der Oberklasse als auch den Spelunken abhob, zumal beide Extreme oft das Revier darstellten, in dem der Geheimdienst wilderte. … Der Kellner brachte die Rechnung und zwei Glückskekse. Nyawĩra bezahlte und nahm einen Keks. Kamĩtĩ nahm den anderen. Fast gleichzeitig brachen sie auf und zogen das kleine Papier heraus, auf dem Prophezeiungen zu lesen sind. „Was steht bei dir drauf?“, wollte Kamĩtĩ wissen. „Nein, sag du erst, was bei dir draufsteht?“ Sie stichelten eine Weile, wer den Anfang machen sollte, dann schnappten sie das Zettelchen des jeweils anderen und lasen. Der Text war identisch: „Sei auf Überraschungen gefasst!“ Sie lachten. „In Ordnung. Erzähl mir bitte den Rest von Vinjinias Geschichte, überrasch mich. Vielleicht sind das die Überraschungen, die die Glückskekse vorhersagen.“

Machokali bewunderte seit jeher die Art des Herrschers, mit Frauen umzugehen, vor allem mit dieser Frau, die sich von einer inbrünstigen Anhängerin Mao Tse-Tungs zu einem treuen Schoßhündchen des Herrschers gewandelt hatte!

Auf die Frage, wo er denn Strategie und Taktik erlernt habe, habe Kaniũrũ den Reportern geantwortet, dass er zwar instinktiv gehandelt, aber sorgfältig Carl von Clausewitz‘ „Vom Kriege“ und Sun-Tzus „Die Kunst des Krieges“ studiert habe.

Ngũgĩ wa Thiong’o, Herr der Krähen, 2006, Übersetzung von Thomas Brückner, 2011, Fischer